Geschichte des Fischereivereins Floridsdorf

 

 

 

Der FV Floridsdorf wurde 1976 von Karl Schatzl gegründet. Die Geschichte des Vereins fängt indirekt jedoch schon viel früher an, weshalb ich im Jahre 1875 beginnen will.

 

 

In den Jahren 1870 bis 1875 fand die große Donauregulierung statt. Dabei wurden die vielen Donauarme im Wiener Becken in ein zentrales Flussbett zusammengeführt. Ziel dieses gigantischen Projektes war, die Stadt Wien, vor allem aber Floridsdorf und Kaisermühlen vor den Donauhochwässern zu schützen. Die Donau erhielt ein neues Flussbett und es entstand parallel die Donauwiese mit teilweise stehenden, zum Teil mit der Donau verbundenen Gewässern. Bekannt waren damals vor allem der Tote Grund, die Stürzllacke oder das Zinkerbachl. Diese waren damals als ausgezeichnete Fischereireviere bekannt. Auch die heutige Alte Donau entstand im Zuge der Donauregulierung. Für die Stadt war die Donauregulierung positiv. Sie wurde nicht mehr überschwemmt, sondern nur die parallel zur Donau entstandene Donauwiese. Schon damals wurde die Donauwiese von den Wienerinnen und Wienern als Naherholungsraum genutzt.

 

Um absolute Sicherheit vor großen Hochwassern zu haben, wurde 1969 mit dem damals umstrittenen Bau der Wiener Donauinsel begonnen. Auf der Donauwiese wurde ein Gerinne parallel zur Donau geschaffen, eben die sogenannte „Neue Donau“. Ein früherer Begriff für die Neue Donau ist Entlastungsgerinne bzw. Rinne. Sie beginnt beim Einlaufbauwerk in Langenzersdorf und endet beim Ölhafen in der Lobau, wo sie wieder in die Donau mündet. Die Neue Donau ist im Normalfall ein stehendes Gewässer, bei Hochwasser in der Donau wird jedoch beim Einlaufbauwerk in Langenzersdorf über die Schleusen Wasser in die Neue Donau abgelassen.

 

1988 wurde die Donauinsel offiziell fertiggestellt, vom damaligen Wiener Bürgermeister Dr. Helmut Zilk eröffnet und der Wiener Bevölkerung übergeben. Für die Wiener Fischer ist die Donauinsel nicht mehr wegzudenken.

 

Mit dem Fischereiverein Floridsdorf tief verwurzelt ist auch die Daubelfischerei, die im Donauraum und auch an der March eine lange Tradition aufweist. Derzeit sind in unserem Revier an der Donau 18 Daubelfischer verankert.

 

Der Vereinssitz war bis 1994 in der Dunantgasse, von 1994 bis 2006 im 1. Wiener Fischereimuseum. Von 2006 bis 2009 übersiedelte der Vereinssitz in die Lagerstrasse nach Langenzersdorf. Seit 2009 hat der Verein seinen Vereinssitz in Wien-Strebersdorf in der Russbergstrasse.

 

Karl Schatzl führte den Verein von der Gründung 1976 bis 2006. Von den damaligen Gründungsmitgliedern leben heute noch Johann Entner und Eduard Hrdina, der noch heute im Vorstand des Fischereivereines aktiv ist und sich um die Daubelfischer kümmert. Von 2006 bis 2012 war Frau Ing. Marta Londgin Obfrau. Seit 2012 führt Herr Johann Schmidt den Verein als Obmann.

 

 

(Copyright Hammerschmidt Wolfgang)